Schlappe im Urlaub
und auf Geschäftsreisen - Jetlag
Jetlag – Was ist das?
Das Wort „Jetlag“ stammt aus dem Englischen und setzt
sich aus Jet (= Düsenflugzeug) und Lag (= Zeitverzögerung) zusammen.
„Jetlag“ steht für die physischen und psychischen
Auswirkungen, unter denen der menschliche Körper beim Überfliegen von
mehreren Zeitzonen leidet.
Wer ist anfällig für den Jetlag?
Der Jetlag wirkt sich nicht auf jeden gleich aus.
Alter, Kondition und gesundheitliche Verfassung des Reisenden spielen eine
Rolle.
Personen, die sich im 24-Stunden-Rhythmus an feste
Routinen im Tagesablauf halten, sind durch die Zeitverschiebung bei
Langstreckenflügen am stärksten betroffen. Dagegen leiden Kleinkinder
meistens weniger unter Jetlag.
Wie macht sich ein Jetlag bemerkbar?
Bei einem Menschen, der im normalen Tag-Nacht-Rhythmus
lebt, mit festen Essens-, Wach- und Schlafzeiten, funktionieren die Abläufe
im Körper nach diesem festen Rhythmus. Während des Schlafens verlangsamt
sich die Herz- und Atmungsfrequenz, der Blutdruck sinkt und die Muskulatur
entspannt sich.
Geraten wir durch einen Flug in den Urlaub in eine andere Zeitzone, gerät
unser Rhythmus durcheinander. Die Folge können Schlafstörungen, Müdigkeit,
Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, geringere Reaktionsfähigkeit,
Stimmungsschwankungen, Übelkeit und Appetitlosigkeit sein. Außerdem kann es
zu einer Verminderung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit
kommen, die sich durch Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen sowie
Erschöpfungszustände bemerkbar machen können.
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Zweimal jährlich Mini-Jetlag
Die jährliche Umstellung jeweils im Frühling und Herbst
auf Sommer- bzw. Winterzeit, erzeugt bei vielen Menschen einen kleinen
Jetlag.
Die Auswirkungen sind allerdings nicht so groß, wie bei
einem Langstreckenflug, weil die Uhr jeweils nur eine Stunde vor oder
zurück gestellt wird. |
Flugrichtung Ost oder West
Bei einem Flug von
Deutschland nach New York (Westen) verschiebt sich der Tag nach hinten, wird
also länger, weil man die Uhr um sechs Stunden zurück stellen muss. Fliegt
man Richtung Osten (z.B. Thailand), ist es umgekehrt. Der Tag verkürzt sich
für den Reisenden, die Uhr muss vorgestellt werden – man „verliert“ einige
Stunden.
Der Organismus verkraftet es viel besser, wenn sich der
Tag verlängert, als wenn er sich verkürzt. Folglich ist der Jetlag bei
Reisen in Richtung Osten stärker, als bei Reisen in Richtung Westen.
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Tipp
Bereiten Sie sich schon ein paar Tage vorher auf die
Zeitverschiebung vor:
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Flug gen Westen: Bleiben Sie bereits schon ein paar
Tage vor Reiseantritt 1-2 Stunden länger wach als sonst.
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Flug gen Osten: Gehen Sie bereits schon ein paar Tage
vorher früher schlafen, als sonst.
Bei einer Zeitverschiebung bis zu drei Stunden ist dies
allerdings nicht nötig. |
Wie kann man dem Jetlag entgegenwirken?
Wenn Ihr Urlaubsziel Sie anstatt der lang ersehnten
Erholung einem Jetlag näher bringt, können Sie sich vorbereiten.
So stellen Sie Ihre innere
Uhr schnellstmöglich um und schwächen den Jetlag ab:
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Bereits schon ein paar
Tage vor dem Flug sollten Sie sich ausreichend bewegen, sich gesund
ernähren. Vermeiden Sie nach Möglichkeit Erkältungen und Infekte
(Bewegung, Vitamine, Sauna…)
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Vermeiden Sie Stress
und Hektik vor dem Flug. Entspannen Sie sich auch während des Fluges, z.B.
durch autogenes Training.
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Versuchen Sie schon
ein paar Tage vorher, sich der Zeitzone am Urlaubsort anzunähern (Flug
Richtung Westen: 1-2 Stunden später ins Bett gehen, Flug Richtung Osten:
1-2 Stunden früher schlafen gehen).
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Im Flugzeug schlafen
oder nicht schlafen:
Ob Sie sich im Flugzeug schlafen, sollten Sie vom der Zeitzone des
Urlaubsortes abhängig machen. Für eine Reise Richtung Westen gilt: lieber
wach bleiben (bestenfalls ein kleines Nickerchen). Für eine Reise Richtung
Osten gilt: versuchen Sie, ausgiebig zu schlafen.
Wenn Sie sich wach halten möchten, gelingt das durch das Trinken von viel
alkoholfreien Getränken und eiweißreicher Nahrung (Eiweißprodukte wie
Käse, Fisch, Fleisch, Eier, Milchprodukte).
Wenn Sie schlafen möchten, gelingt das durch kohlenhydratreiche Kost
(Obst, Kartoffeln, Nudeln, Reis, Joghurt, Obstsäfte, Früchtetee).
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Trinken Sie keinen
Alkohol um das Einschlafen zu fördern. Alkohol wirkt im Flugzeug stärker
als normalerweise. Außerdem trocknet er den Körper aus und verzögert die
Umstellung des Organismus auf die neue Zeitzone.
Dagegen sollten Sie viel Mineralwasser oder Fruchtsäfte trinken. Das
verhindert die Austrocknung des Körpers, die während langer Flüge auftritt
(Dehydration).
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Stellen Sie schon im
Flugzeug Ihre Uhr um, damit Sie sich mental bereits auf die neue Zeit
einstellen können.
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Passen Sie sich gleich
dem Tagesrhythmus des Urlaubsziels an. Gehen Sie nicht vor Sonnenuntergang
schlafen.
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Gönnen Sie sich in der
ersten Nacht ausreichend Schlaf. Nehmen Sie keine Schlaf fördernde Mittel
wie Schlafmittel oder Melatonin – die bringen den Organismus noch mehr
durcheinander.
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Richten Sie Ihren
persönlichen Rhythmus nach der Tageszeit und dem Lebensrhythmus des
Zielortes (Wach- und Schlafphasen, Mahlzeiten, Arbeitszeiten, sportliche
Aktivitäten usw.)
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Schonen Sie sich an
Ihrem ersten Urlaubstag und vermeiden Sie größere körperliche
Anstrengungen. So kann sich Ihr Körper leichter an den neuen Zeitrhythmus
gewöhnen.
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Planen Sie Aktivitäten
zu der Tageszeit, zu der Sie sich fit fühlen (Reise gen Westen: morgens,
Reise gen Osten: abends).
-
Achten Sie beim
Mittagessen auf leichte Kost – so ersparen Sie sich das Müdigkeitsgefühl
nach zu reichhaltiger Kost, denn auf einen Mittagsschlaf sollten Sie
verzichten.
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Halten Sie sich viel
im Freien auf, weil das Tageslicht Ihrem Körper hilft, sich schneller an
den neuen Tag-Nacht-Rhythmus zu gewöhnen. Licht hemmt die Produktion des
müde machenden Hormons Melatonin.
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Wenn sich der große
Hunger zu den Essenszeiten von Zuhause einstellt, gönnen Sie sich nur eine
kleine Zwischenmahlzeit. Das große Schlemmen findet zu den Ortszeiten des
Landes statt, in dem Sie sich befinden.
Wie lange dauert ein Jetlag?
Da die Auswirkungen des Jetlags von diversen Kriterien
um die betroffene Person abhängig sind und auch die Anzahl der überflogenen
Zeitzonen eine Rolle spielen, kann man nur schwer sagen, wie lange der
Jetlag dauert. Man kann jedoch sagen, dass die innere Uhr sich etwa um zwei
Stunden pro Tag der neuen Ortszeit anpasst. So können zwei bis vierzehn Tage
vergehen, bis sich der Körper auf den neuen Rhythmus eingestellt hat.
Erst wenn sich alle physiologischen Vorgänge mit dem
neuen Tag-Nacht-Rhythmus eingestellt haben, ist der Jetlag überwunden und
die volle Leistungsfähigkeit wieder hergestellt.
Pillen gegen Jetlag?
Bei vielen Krankheiten
und Wehwehchen finden wir Rat und Hilfe beim Arzt oder Apotheker. Auch
können wir einige Begleiterscheinungen des Jetlags durch Medikamente
lindern, wie z.B. Kopfschmerzen oder Übelkeit. Ein Medikament gegen die
komplexe Problematik des Jetlags mit all seinen möglichen Auswirkungen gibt
es jedoch nicht.
Als Mittel gegen Jetlag
wird häufig über Melatonin gesprochen. Melatonin ist ein körpereigenes
Hormon, das normalerweise abends von der Zirbeldrüse des Gehirns
ausgeschüttet wird. Es steuert den Schlaf-Wach-Rhythmus, indem es uns das
Gefühl gibt, müde zu sein.
Die Wirkung von Melatonin gegen Jetlag wurde zwar
untersucht, die Ergebnisse sind jedoch umstritten. Da bisher kein Hersteller
in Studien den Nutzen oder die Risiken darstellen konnte, gibt es derzeit
kein Melatonin-Präparat, das in Deutschland zugelassen ist.
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Tipp
Bevor Sie ein Hormon-Präparat (wie z.B. Melatonin) oder
Medikament (wie z.B. Viagra als „Wachmacher“ oder Schlafmittel)
vermeintlich gegen Jetlag einnehmen, fragen Sie Ihren Arzt um Rat.
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Doppelter Jetlag bei Kurzreisen
Ist nur ein kurzer Aufenthalt in der weit entfernten
Zeitzone geplant, kommt es bei der Rückkehr in die Heimat zu einem doppelten
Jetlag. Um diesen abzuschwächen ist es am Besten, sich erst gar nicht dem
Tag-Nacht-Rhythmus der entfernten Zeitzone anzupassen.

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