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Die Burnout Falle
Von
Dr. Max Köberl
Immer häufiger nimmt
Stress in unserem Alltag überhand. Geist und Verstand kontrollieren
alles und sind unter Dauerbeschuss. Körper und Seele kommen zu kurz. In
unserer heutigen Leistungsgesellschaft sind 10-14 Stunden Arbeitstage
ohne Pause keine Seltenheit. Immer perfekt, immer flexibel ohne
Rücksicht auf Ausgewogenheit und Ausgleich.
Dieser Tagesablauf wird
oft zum alles bestimmenden Lebensrhythmus. Auch in Privatleben und
Freizeit, so fixiert auf Leistung, merken wir oft (zu) spät, dass wir
unsere seelischen Bedürfnisse nach Erholung, Pflegen von Freundschaften,
Familienleben, persönlicher Weiterentwicklung usw. vernachlässigt oder
gar nicht erst gespürt haben. Nach der Arbeit schnell noch ins
Fitnessstudio, ohne Pause weitermachen, nur das „Spielfeld“ wird
gewechselt. Der Berufsballast wird mit in die Freizeit getragen. Noch
Unerledigtes und (vermeintlich) unaufschiebbar Wichtiges wird weiter
reflektiert, gar Freunde und Familie in die Problembearbeitung
miteinbezogen. Ein Teufelskreis entsteht, die Freizeit wird nicht zur
Entspannung genutzt, das soziale Umfeld ist ebenfalls überfordert.
Loslassen und Entspannen sind weit verbreitete Modetrends geworden als
Ausgleich für ständiges Festhalten und Anspannen in unserer
„Macher-Gesellschaft“, in der wir viel zu sehr den Stressfaktoren
ausgesetzt sind. In fernöstlichen Traditionen wurden schon immer beide
Bereiche dieser Polarität beachtet: Spannung und Entspannung. Uns fehlt
im Alltag das Loslassen und Entspannen zu oft….das richtige Loslassen.
Denn oft ergibt sich zeitgemäß die Frage: wie geht das überhaupt?
perfekt loslassen? Was muss ich beachten? Und wann habe ich eigentlich
Zeit dafür?….. und schon stecken wir wieder in der Falle.
Die Bedürfnisse unserer
Seele haben wir weder gespürt noch berücksichtigt. Wir sind völlig
überlastet - Körper und Geist haben wir ausgepowert. Die oft späten
Symptome sind schon letzte Warnsignale, unser Körper weigert sich:
Rücken- und Kopfschmerzen…. Krankheiten …. Depression…. burned-out. Der
englische Begriff „totally exhausted" beschreibt diesen Zustand der
Erschöpfung sehr gut.
Ein
innerliches Ausgebranntsein,
so beschreibt der Psychoanalytiker Herbert Freudenberger 1974 ein
zunehmend häufiges Symptom in unserer heutigen Leistungs- und
Konsumgesellschaft. Anfangs besonders beobachtet in helfenden Berufen
mit hoher Arbeitsbelastung und hohem persönlichem Engagement, trifft es
mittlerweile alle Bevölkerungs- und Berufsschichten. Selbst
Hochleistungssportler, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben, klagen.
Und hier liegt paradoxerweise oft die Ursache für den verhängnisvollen
Teufelskreis.
Erfolgreich und
begeistert – erschöpft und ausgelaugt,
der Teufel steckt im Detail. Beruf als Berufung, emotionales Brennen für
den Job, berufliche Erfolge laden den persönlichen Akku auf. Ein Macher,
der im Job die Erfüllung zu finden scheint, in jeden
Entscheidungsprozess involviert, beruflich angesehen, nimmt immer gerne
neue Aufgaben an. Doch genau hier heißt es aufpassen. Was ist die
Motivation dafür? Eine gesunde Einstellung zur Arbeit und Freude an der
Herausforderung? Oder sind wir nicht in der Lage „nein“ zu sagen, weil
wir es gewohnt sind und es zu unserem Anspruch gemacht haben, jede
erdenkliche Anforderung perfekt zu meistern. Will ich mich
(ausschließlich) durch mein übertriebenes Engagement beweisen, kämpfe
ich um einen angestrebten Status, vermeintliche Anerkennung von Chefs
und Kollegen? Vernachlässige ich der Arbeit zuliebe soziale Kontakte,
gefährde ich Freundschaften – was sind eigentlich meine eigenen
Bedürfnisse? Findet mein persönliches soziales Leben mehr und mehr in
der Arbeit statt oder im Kontakt mit dem Kunden?
An das
übertriebene Engagement für den Job werden unrealistische Erwartungen
(höheres Gehalt, mehr Aufmerksamkeit) geknüpft, die oft nicht befriedigt
werden. Diese emotionale Enttäuschung wird zum Nährboden des Burnout
Syndroms. Mit weniger Einsatz erhalten andere den gleichen Applaus und
womöglich mehr Gehalt. Neidgefühle gegenüber Kollegen entstehen, die
erhoffte Anerkennung bleibt aus, Ärger auf die Firmenleitung entsteht,
Frustration und Selbstzweifel machen sich breit. Die Konfliktspirale
setzt sich in Gang. Genährt durch negative Glaubenssätze wie „ich bin
nichts mehr wert“….“es ist nie genug“…u.ä. schleicht sich die Depression
an.
Perfektionismus und
Leistungsorientiertheit
sind in vielen Fällen innere Antreiber, gepaart mit ständiger negativer
Selbstbeurteilung “…wieder nicht geschafft, „ich bin ein Versager, wenn
ich nicht großartig bin“. Mittelmäßigkeit ist der natürliche Feind des
Perfektionisten.
Der eigentliche Stress
entsteht also meist im Kopf. Stress ist an und für sich eine positive
Einrichtung der Natur. Hormone werden ausgeschüttet, die den Körper auf
Flucht oder Angriff und Schmerzunempfindlichkeit programmieren. Ist die
gefährliche Situation vorbei, normalisiert sich der Hormonpegel wieder,
der Stress wird abgebaut. Nicht beim Perfektionisten. Der Körper erlebt
den ganzen Tag immer wieder schwere Prüfungen, der Stress wird nicht
adäquat abgebaut. Über einen langen Zeitraum zirkuliert Cortisol, das
Stresshormon Nummer 1, und führt u.a. zu hohem Puls und Blutdruck,
Schädigung von Arterien und Herzkranzgefäßen, Zuckerkrankheit und
Demenz.
Gute Gründe, rechtzeitig
aus dem Teufelskreis auszusteigen!!
Die frühen Warnsymptome
und Vorboten
sind versteckt, vor allem für die Betroffenen selbst schwer zu erkennen.
Zerfahrenheit, Vergesslichkeit und innere Unruhen sind die Konsequenz,
alles perfekt und auf einmal erledigen zu wollen. Perfektion per se
jedoch gibt es nicht und somit untergräbt eine permanente
Unzufriedenheit das eigene Selbstwertgefühl. Besitze ich die Fähigkeit,
mich in Ruhephasen wirklich zu erholen und aufzutanken? Funktioniere ich
nur noch und habe ich nur dann Kontakt zum eigenen Körper, wenn ich
Raubbau treibe und ihn zu immer höheren sportlichen Leistungen antreibe.
Welche Glaubenssätze
treiben mich an? Positive Glaubenssätze und innere Überzeugungen zu
erarbeiten, zu üben und zu etablieren ist ein langer, aber lohnender Weg
zur Vermeidung und Linderung des Burnout Syndroms. Die beste Prophylaxe
ist somit eine konsequente Selbstanalyse des eigenen Verhaltens in
Stresssituationen und somit ein Bewusstsein für die Gefahren des
körperlichen und emotionalen Ausbrennens zu entwickeln, beruflich und
privat. Ein gutes Zeitmanagement, Achtsamkeitsübungen, Meditation und
Rituale in das tägliche Leben einzubauen, helfen eine gesunde Struktur
für die Bewältigung des beruflichen und privaten Alltags zu finden.
Seminare zur Stärkung der eigenen Persönlichkeit und die Inanspruchnahme
therapeutischer Unterstützung sind ebenfalls wertvolle Wege, um mit
schwierigen Themen umzugehen.
Burnout kann als Chance
gesehen werden, mit sich selbst besser und wertschätzender als bisher
umzugehen.
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Max Köberl (46),
promovierter Chemiker, Verkauf und Beratung im Außendienst der
Pharmaindustrie, ist Trainer/Berater/Coach im Team von LORENZ-SEMINARE
Personality- & Competence-Training, Weidenthal/Pfalz.
Kontakt und weitere Informationen unter:
Telefon 0049 (0)6329.989243
Fax 0049 (0) 6329.989430
Email info@lorenz-seminare.de
http://www.lorenz-seminare.de |
Das Burnout-Syndrom
von Heidi Flossbach
Definition:
"Ausbrennen" - nach innen und außen schleichender Kräfteschwund
und Verlust von Lebensfreude
In den heutigen Alltagswortschatz
integriert, geht die Bezeichnung "Burnout" auf den New
Yorker Psychoanalytiker H. J. Freudenberger zurück, der
das innere "Ausbrennnen" in den 70er Jahren
festgestellt hatte.
Das Burnout-Syndrom ist ein
komplexes Krankheitsbild, das die Leistungsfähigkeit und
Lebensqualität des Erkrankten oft jahrelang massiv beeinträchtigt.
Symptome können sein:
- schwere Abgeschlagenheit
- erhebliche Erschöpfung nach
Anstrengung
- Muskelschwäche und
Muskelschmerzen
- Kopfschmerzen
- Gelenkschmerzen
- Kopfschmerzen
- Gelenkschmerzen
- Rachenentzündung
- Fieber und/oder Frösteln
- empfindliche Lymphknoten
- Magen-Darm-Krämpfe
- Schlafstörungen und/oder
gesteigertes Schlafbedürfnis
- geschwächtes Immunsystem,
Infektionen sind die Folge
- Essstörungen mit Gewichtsab-
oder zunahme
- Neuropsychiatrische
Beschwerden: Lichtscheue, Gesichtsfeldausfall,
Vergesslichkeit, Denk- und Konzentrationsschwäche,
Reizbarkeit, Depressionen, Verwirrtheitszustände...
Als krank machende Strukturen
gelten unter anderem:
- hohe Arbeitsbelastung (Überstunden,
Stress)
- Zeit- und Termindruck
- Angst vor Arbeitslosigkeit,
Existenzangst
- schlechtes Betriebsklima
- Mobbing
Daraus ergibt sich, dass nicht
nur "Workaholics" vom Burnout-Syndrom betroffen sind.
Fest steht allerdings: Ausgebrannt ist man nicht von heute auf
morgen – die Erschöpfung schleicht sich langsam ins
Leben.
Burnout-Syndrom besiegen?
Sie sollten bewusst auf sich,
Ihre Ernährung, Ihre Gesundheit und körperliche Beweglichkeit
achten und für sich sorgen! Beginnen Sie, Grenzen zu erkennen,
zu ziehen und zu halten. Finden Sie Ihr eigenes Tempo und
schätzen Sie Ihre Belastungsfähigkeit richtig ein. Schaffen
Sie sich Zeiten für Erholung und Mußestunden und lernen Sie
wieder, die "Seele baumeln zu lassen". Pflegen Sie
Kontakte zu Freunden, oder bauen Sie neue Kontakte auf. Gehen
Sie Ihren Hobbies nach oder fangen Sie an Dinge zu tun, die Sie
schon immer einmal tun wollten. Dies hilft Ihnen, den nötigen
Abstand zu Berufsalltag und Sorgen zu schaffen. Sie finden Ihr
inneres Gleichgewicht wieder.
Was
Unternehmen gegen "Burnout" bei den Mitarbeitern tun
können
Jeder findige Unternehmer weiß:
wenn es meinem Mitarbeiter schlecht geht, wirkt sich dies
negativ auf das Unternehmen aus.
Gute Arbeitsbedingungen und
ein gutes Betriebsklima sind die besten Vorbeugungsmaßnahmen
gegen das Burnout-Syndrom:
- Arbeit
soll Spaß machen. Die geleistete Arbeit des
Mitarbeiters ist nicht nur zum Nutzen des Unternehmens,
sondern soll für den Mitarbeiter ein Element für
Selbstverwirklichung darstellen. Ein zufriedener
Mitarbeiter hat ein gestärktes
Selbstbewusstsein, das ihn beruflich und privat
begleitet.
- Arbeiten
und Projekte werden so geplant, dass neben den
Arbeitsphasen auch Ruhe- und Entspannungsphasen berücksichtigt
werden.
- Den
Mitarbeitern wird durch regelmäßige Treffen und
Besprechungen nötiger Rückhalt und Motivation
gegeben. Angestellte werden ermuntert, ihre Belange
und Probleme bei ihrem Vorgesetzten anzusprechen, um
gemeinsame Problemlösungen zu finden.
- Entwicklung
eines echten Teamgeistes innerhalb der Abteilungen / innerhalb
des Unternehmens. Im Team werden Defizite
schneller erkannt und können ausgeschaltet werden.
- Belohnung
von besonders gut geleisteten Arbeiten durch
Anerkennung, Beförderungen und Prämien. Auch
jährlich geführte Mitarbeitergespräche sind hilfreich. Wo stehe ich jetzt? Wo will ich hin? Wie
beurteile ich mich selbst? Wie beurteilt mich mein
Vorgesetzter?
- Betriebliche
Gesundheitsförderung z. B. innerhalb dafür eingerichteter Sport- und Fitnessräume

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