Feedback-Regeln:
Geben und Nehmen
Was Ihnen der Beitrag bringt:
Viele Führungskräfte klagen: „Wenn ich
mal jemandem die Meinung sage, ist er gleich eingeschnappt“.
Die Folge: Viele Führungskräfte sagen inzwischen lieber nichts
mehr. Auf der anderen Seite klagen Führungskräfte: „Allen
anderen sagen die Mitarbeiter ihre Meinung – nur mir nicht!
Wie soll ich wissen, wie sie über mich denken?“ Beide Probleme
haben dieselbe Ursache: Das Feedback funktioniert nicht; weder
in die eine noch die andere Richtung. Wenn Sie diesen Beitrag
gelesen haben, können Sie Feedback
-
so geben, dass es auch angenommen wird
-
so entgegennehmen, dass Sie erfahren, was Ihre Mitarbeiter
über Sie denken.
5 Regeln: So geben Sie
effektives Feedback
Hier sehen Sie die wichtigsten fünf
Regeln beim Feedbackgeben auf einen Blick. Die Regeln werden
im nachfolgenden Beitrag ausführlich beschrieben.
-
Geben Sie vorwurfsfreies
Feedback.
-
Werden Sie sachlich, nicht
persönlich.
-
Sagen Sie Ich, statt Du.
-
Halten Sie den Spiegel vor –
keine Rechtfertigung oder Anweisung.
-
Führen Sie mit positivem
Feedback.
5
Regeln: So nehmen Sie Feedback souverän entgegen
Hier sehen Sie die wichtigsten fünf
Regeln der Feedbacknahme auf einen Blick. Die Regeln werden im
nachfolgenden Beitrag ausführlich beschrieben.
-
Vereinbaren Sie Offenheit und Sachlichkeit.
-
Hören Sie zu – nicht
rechtfertigen oder verteidigen!
-
Stellen Sie Verständnisfragen.
-
Sortieren Sie aus, was Sie
betrifft – lassen Sie den Rest fallen!
-
Bedanken Sie sich für die
Rückmeldung!
Warum Mitarbeiter
schnell „eingeschnappt“ sind
Werner M. ist Abteilungsleiter bei
einem Mittelständler. Bei einem Meeting erfährt er, dass und
warum ein Mitarbeiter einen Auftrag hat sausen lassen. Werner
M. sagt zu ihm: „Sie haben den Kunden zu früh auf eine
Spezifikationsvariante festgenagelt. Hören Sie endlich auf
damit. Wir brauchen die Aufträge!“ Was passiert? Drei Dinge.
-
Der Mitarbeiter rechtfertigt sich vor
versammelter Mannschaft: „Habe ich gar nicht. Der Kunde hat
vielmehr ... “ Werner M. verliert zehn Minuten bei dieser
Rechtfertigungsorgie.
-
Hinterher sind beide sauer
aufeinander – und die restlichen Mitarbeiter fürchten sich
vor dem Chef.
-
Es ändert sich nichts. Der
Mitarbeiter vergeigt drei Tage später wieder einen Auftrag
mit derselben Torpedo-Methode.
Werner M. meint: „Typisch Müller, immer
gleich eingeschnappt.“ Dieser Schluss drängt sich auf, doch er
ist falsch. Werner M. ist vielmehr in eine Falle getappt.
Vorsicht,
Falle!
Meinung sagen ->
Rechtfertigungsorgie, Widerstand
Feedback geben ->
Mitarbeiter denkt mit und nach
Werner M. sagt seinem Mitarbeiter die
Meinung. Noch nicht einmal kräftig. Doch das reicht bereits
aus, um Rechtfertigungsorgie und Widerstand zu provozieren.
Erfolgstipp
Feedback ist ein Handwerk.
Beherrschen Sie es, respektieren die Mitarbeiter Ihr Wort.
Die Technik des Feedbackgebens ist
einfach zu erlernen: Es gibt klare Regeln dafür. Wenn Sie
nach diesen Regeln spielen, gewinnen Sie (Ihr Mitarbeiter
übrigens auch – das ist das Besondere am Feedback). Für den
Anfang orientieren Sie sich an den wichtigsten fünf Regeln für
erfolgreiches Feedback:
-
Geben Sie vorwurfsfreies
Feedback.
-
Werden Sie sachlich, nicht
persönlich.
-
Sagen Sie Ich, statt Du.
-
Halten Sie den Spiegel vor –
keine Rechtfertigung oder Anweisung.
-
Führen Sie mit positivem
Feedback.
Regel 1: Geben Sie Feedback vorwurfsfrei
„Sie haben den Kunden zu früh auf eine
Spezifikationsvariante festgenagelt.“ Was ist das? Werner M.
hält das für eine Feststellung, eine Tatsache. Sein
Mitarbeiter hält es jedoch für einen Vorwurf.
Vorsicht,
Falle!
Wenn ein Mitarbeiter eine
Ihrer Äußerungen als Vorwurf auffasst, können Sie ihn nicht
zum Gegenteil zwingen.
Sie können es dem Mitarbeiter nicht
ausreden, Ihre Meinung als Vorwurf zu interpretieren. Alle
Menschen reagieren auf Vorwürfe mit Rechtfertigung und/oder
Widerstand.
Vorsicht,
Falle!
Vorwürfe sind fürs
Feedback ungeeignet. Sie kommen als Bumerang zurück.
Natürlich hat der Vorgesetzte Recht:
Der Mitarbeiter hat einen Fehler gemacht. Doch das ist nicht
die Frage. Die Frage ist: Wie sagen Sie’s dem Mitarbeiter so,
dass er es auch einsieht? Jedenfalls nicht mit einem Vorwurf.
Sondern mit Regel 2.
Regel 2: Werden Sie
sachlich, nicht persönlich
Wenn Vorwürfe nicht in Frage kommen,
wie sagen Sie’s dann Ihrem Mitarbeiter? Ganz einfach: ganz
sachlich. Beschreiben Sie den Sachverhalt ohne jede Wertung
so, wie ihn ein unbeteiligter Schiedsrichter beobachtet hätte.
Werner M. macht das so: „Sie haben beim Kunden die
Bedarfsanalyse gemacht und dabei auch eine
Spezifikationsvariante vorgeschlagen.“ Das und nur das hätte
ein Schiedsrichter oder ein unbeteiligter Dritter beobachten
können, hätte er den Mitarbeiter und seinen Kunden beobachtet.
Er hätte die Bedarfsanalyse und die Spezifikationsvariante
wahrgenommen – mehr nicht. Mehr brauchen Sie auch nicht. Die
Wirkung ist offensichtlich: Bevor der Mitarbeiter von Werner
M. überhaupt weiß, was passiert, hat er schon dazu genickt:
„Ja, genau so habe ich das gemacht. Das ist doch klar!“
Werner M. kann ein Lächeln nicht
verkneifen: Mit dieser simplen, aber sachlichen Beschreibung
hat er die Rechtfertigungsorgie des Mitarbeiters von zehn
Minuten auf zehn Sekunden reduziert. Wer auf Vorwürfe
verzichtet, erspart sich die übliche Rechtfertigungsorgie.
Probieren Sie’s aus. Ersetzen Sie die gewohnheitsmäßig im Kopf
auftauchenden Vorwürfe beim nächsten Mal einfach durch
Beschreibungen.
Erfolgstipp
Beschreiben statt vorwerfen
funktioniert nicht aus dem Stand heraus. Sie brauchen vier
bis fünf Versuche dafür. Danach klappt’s bald automatisch.
Regel 3: Ich-Botschaften
„Sie haben den Kunden zu früh auf eine
Spezifikationsvariante festgenagelt.“ Warum bleibt das ein
Vorwurf, selbst wenn wir das vorwurfsvolle Verb „festnageln“
durch ein vorwurfsfreies ersetzen?
Vorsicht,
Falle!
Sie- oder Du-Aussagen
wirken immer als Vorwurf.
Ich-Botschaften wirken
vorwurfsfrei.
Du-Botschaften bringen jeden
anständigen Mitarbeiter auf die Barrikade, weil sie ihn
unbewusst provozieren. Wer Feedback beherrscht, hat diese
Provokation nicht nötig. Werner M. formuliert so um: „Ich habe
den Eindruck, der Kunde fühlte sich zu früh auf eine Order
festgelegt.“ Was löst diese Ich-Aussage aus? Betroffenheit
beim Mitarbeiter. Und Betroffenheit ist die Vorstufe zur
Einsicht. Vorwürfe schaffen nämlich entgegen der landläufigen
Meinung keine Einsicht, sondern Widerstände. Der Mitarbeiter
von Werner M. denkt: „Hoppla, da kann was dran sein. Da muss
ich beim nächsten Mal drauf achten.“ Genau diese Einsicht
wollte Werner M. erreichen. Mit seiner Ich-Botschaft erreicht
er sie.
Regel 4: Den Spiegel vorhalten, nicht anweisen
Bei Regel 4 tritt der Unterschied
zwischen Feedback und Anweisung deutlich zutage: Reines
Feedback gibt keine Anweisung!
Damit ist auch klar: Bei Dringlichkeit
oder unter Zeitdruck geben Sie eine Anweisung: „Bitte schlagen
Sie heute Nachmittag beim Kundengespräch die
Spezifikationsvarianten erst nach der Nutzenargumentation
vor.“ In diesen Vorzugsfällen der Führung geben Sie kein
Feedback, Sie weisen an. Der Mitarbeiter erkennt nämlich recht
gut die Dringlichkeit der Situation und akzeptiert Ihre
Führung. In dringlichen Situationen wünschen sich Menschen
Führung. In allen anderen Situationen jedoch nicht. Gerade für
diese anderen Situationen wurde Feedback geschaffen. Weil die
Anweisung in diesen Situationen fehlzündet oder ganz versagt.
Das heißt: Sie verkneifen sich Vorwürfe
(Regel 1), beschreiben den Sachverhalt (Regel 2) mit einer
Ich-Botschaft (Regel 3) – fertig ist das Feedback. Sie halten
dem Mitarbeiter lediglich einen Spiegel vor, spiegeln sein
Verhalten vorwurfsfrei und sachlich. Genau das sind die
entscheidenden Voraussetzungen, damit er etwas daraus lernen
kann (aus Vorwürfen lernen Menschen zu wenig, zu widerwillig,
zu spät).
Manche Mitarbeiter sind so empfindlich,
dass sie selbst auf vorwurfsfreies Spiegeln mit
Rechtfertigungsorgien antworten: „Ja, aber ... “ Unterbrechen
Sie den Mitarbeiter sofort: „Ich mache Ihnen keinen Vorwurf.
Ich verlange nichts von Ihnen. Ich wollte nur, dass Sie mir
zuhören und darüber nachdenken.“ Der überempfindliche
Mitarbeiter guckt groß, schluckt schwer – und nickt darauf
stumm. Tut er es nicht, wiederholen Sie einfach Ihre
Erklärung. Aus didaktischen Gründen wortwörtlich (Wiederholung
ist die Mutter allen Lernens). Nach zwei bis drei
Wiederholungen lernt er’s dann auch.
Regel 5: Führen Sie mit Feedback!
Werner M. ist inzwischen (auch dank
eines Coachings) so gut im Feedbackgeben, dass er nicht erst
wartet, bis das Kind im Brunnen liegt, er also negatives
Feedback geben muss. Denn er weiß: Feedback ist nicht nur
negatives Feedback (Kritik), sondern auch positives Feedback
(Anregung, Impuls). Werner M. gibt inzwischen positives
Feedback, was ihn zum Feedback-Profi macht. Dieses
Führungsinstrument wird an Wirksamkeit nur noch von der
Zielvereinbarung übertroffen.
Wie geht positives Feedback? Da Werner
M. festgestellt hat, dass einige seiner Verkäufer wohl viel zu
früh ihre Kunden auf Produktvarianten festlegen, steuert er
frühzeitig dagegen, indem er eben positives Feedback gibt. Zu
einer Mitarbeiterin sagt er zum Beispiel: „Mir ist beim Lesen
Ihrer Besuchsberichte aufgefallen, dass Sie erst im zweiten
Gespräch mit dem neuen Kunden über Varianten gesprochen haben.
Das gefällt mir (Ich-Botschaft). So wird der Kunde keine
Probleme machen, weil er sich zu früh in eine bestimmte Ecke
gedrängt fühlt.“ Glauben Sie, die Mitarbeiterin wird jemals
mit ihren Kunden zu früh Varianten diskutieren? Nie im Leben.
Nicht nach diesem überschwänglichen Lob vom Chef! Genau das
wollte Werner M. damit erreichen.
Erfolgstipp
Mit positivem ersparen Sie sich
negatives Feedback. Wer positives Feedback gibt, führt
professionell – und vor allem so, dass seine Mitarbeiter ihn
für den besten Chef der Welt halten. Denn er oder sie
kritisiert so gut wie nie!
Muss er oder sie auch nicht, denn er
oder sie beherrscht die Kunst des positiven Feedbacks.
So
nehmen Sie Feedback entgegen
Sie kennen den Spruch: „Oben ist es
einsam.“ Will heißen: Dem Vorgesetzten sagt man selten bis
nie, was man von ihm hält – was riskant ist. Denn wenn Ihr
Chef „hintenrum“ davon Wind bekommt, was Ihre Mitarbeiter an
Ihnen auszusetzen haben, kann das unangenehm bis gefährlich
für Sie werden.
Andererseits kann es genauso unangenehm
sein, wenn Ihnen die Mitarbeiter sagen, was sie von Ihnen
halten. Denn da Mitarbeiter selten feedback-kompetent sind (es
sei denn, Sie hätten sie geschult), wird Sie ihr Feedback in
der Regel eher frustrieren, ärgern, verletzen, provozieren,
auf die Palme treiben. Weil es sachlich unzutreffend ist, weil
es oft übertrieben, persönlich, polemisch und destruktiv ist.
Erfolgstipp
Sie können unsachliches
Feedback nicht verhindern. Sie können nur professionell
damit umgehen.
Auch dafür gibt es fünf Regeln:
-
Vereinbaren Sie Offenheit und Sachlichkeit.
-
Hören Sie zu – nicht
rechtfertigen oder verteidigen!
-
Stellen Sie Verständnisfragen.
-
Sortieren Sie aus, was Sie
betrifft – lassen Sie den Rest fallen!
-
Bedanken Sie sich für die
Rückmeldung!
Regel 1: Offenheit und Sachlichkeit vereinbaren
Wenn Ihre Mitarbeiter nicht wissen, wie
man korrektes Feedback gibt, dann können sie es auch nicht
geben. Also vereinbaren Sie mit ihnen: „Ich bin für jede
Anregung offen. Mit mir können Sie über alles reden. Ich bitte
Sie dabei um Sachlichkeit. Das ist nicht immer einfach und mir
fällt es auch nicht immer leicht, doch ich honoriere bereits
den ernsthaften Versuch.“
Erfolgstipp
Wiederholen Sie die
Vereinbarung der Sachlichkeit so oft, bis sie „sitzt“ und
jeder sich dran hält.
Mitarbeiter halten Regeln ein – wenn
Sie sie ihnen geben und darauf achten, dass sie eingehalten
werden. Und natürlich, wenn Sie sich selbst daran halten, also
bei Ihrem Feedback ebenfalls um Sachlichkeit bemüht sind. Wie
das geht, wissen Sie inzwischen.
Regel 2: Zuhören, nicht verteidigen!
Viele Vorgesetzte reagieren auf
Mitarbeiter-Feedback automatisch mit Äußerungen wie: „Aber
denken Sie doch daran, wie wichtig das fürs Unternehmen ist!“
Wie kommt das an? Nun, wie kommt ein Vorgesetzter an, der sich
vor einem einfachen Mitarbeiter rechtfertigt und verteidigt?
Ganz schwach.
Vorsicht,
Falle!
Rechtfertigen Sie sich
niemals reflexhaft vor Mitarbeitern. Das ist ein ziemlicher
Gesichtsverlust.
Was ist besser? Einfach nur zuhören.
Der Mitarbeiter will nicht, dass sein Chef sich verteidigt und
sich damit selbst demontiert. Er möchte lediglich, dass Sie
ihm zuhören. Tun Sie ihm und sich diesen Gefallen. Und: Fragen
Sie nach!
Regel 3: Fragen Sie nach!
Sie können davon ausgehen, dass 90
Prozent allen Feedbacks ganz oder teilweise missverständlich
ist.
Vorsicht,
Falle!
Der Mitarbeiter meint in
neun von zehn Fällen nicht das, was er sagt.
Unerfahrene Vorgesetzte fahren da schon
mal reflexhaft aus der Haut: „Wie können Sie denn das
behaupten?!“ Meist stellt es sich dann als Missverständnis
heraus. Diese Peinlichkeit vermeiden Sie, indem Sie ganz
einfach sofort nachfragen:
Erfolgstipp
So fragen Sie Feedback richtig
nach:
- Wie meinen Sie das genau?
- Wie darf ich das verstehen ?
- Worum speziell geht es Ihnen?
- Was befürchten Sie konkret?
- Habe ich Sie richtig
verstanden, Sie sagen, dass ... ?
Geben Sie das Feedback des Mitarbeiters
in Ihren Worten wieder – so lange, bis der Mitarbeiter sagt:
„Ja, das meine ich damit.“ In neun von zehn Fällen hat sich
das Feedback damit erledigt. Denn bei diesem simplen
Klärungsprozess werden Sie feststellen: Der Mitarbeiter will
Sie überhaupt nicht auf die Schippe nehmen! Außerdem zieht der
Mitarbeiter danach befriedigt von dannen, weil Sie ihm seinen
Wunsch erfüllt haben – und mehr! Sie haben ihm nicht nur
zugehört, was Sie seiner Ansicht nach schon zum Ausnahmechef
macht. Sie haben ihn darüber hinaus Ernst genommen, indem Sie
nachgefragt haben. Und Sie ihm sogar Verständnis gezeigt (ganz
einfach, indem Sie ihn verstanden haben)! Wenn Sie das nur
einmal die Woche machen, gewinnen Sie einen Freund fürs Leben
und müssen nie wieder über Mitarbeitermotivation nachdenken.
Ein derart begeisterter Mitarbeiter reißt sich sechs Beine für
Sie aus!
Vorsicht,
Falle!
Sie müssen dem Mitarbeiter
nicht seinen Wunsch erfüllen, den er im Feedback äußert –
wenn Sie nicht wollen.
Der Mitarbeiter erwartet das nämlich in
aller Regel nicht, wenn er es nicht explizit sagt. Er möchte
lediglich, dass Sie ihm zuhören, ihn Ernst nehmen und
verstehen. Genau das tun Sie, wenn Sie sein Feedback
regelgerecht entgegennehmen.
Regel 4: Sortieren Sie aus!
Manche Mitarbeiter (oder Kollegen,
Kunden, Chefs ... ) geben sich mit Ihrem Verständnis nicht
zufrieden. Sie „randalieren“. Sie werden cholerisch.
Vorsicht, Falle!
Lassen Sie sich von
unsachlichem Feedback nicht provozieren.
Das fällt Ihnen leicht, wenn Sie im
Kopf einfach die Spreu vom Weizen trennen: Hören Sie hinter
der cholerischen Tirade das heraus, was der Feedbackgeber
Sachliches zu sagen hat – und vergessen Sie den ganzen Rest,
die persönlichen Angriffe und unsachlichen Bemerkungen. Lassen
Sie es einfach unter den Tisch fallen (aber sagen Sie das dem
Feedbackgeber bloß nicht).
Regel 5: Bedanken Sie sich!
Gerade wenn Sie unsachliches,
regelwidriges und persönliches Feedback entgegennehmen müssen,
wirkt es ungemein souverän, wenn Sie sich dafür bedanken. Erst
hören Sie dem Choleriker ganz sachlich und cool zu, dann
bedanken Sie sich auch noch für seine Zurschaustellung seiner
Feedback-Inkompetenz! Das nimmt ihm den letzten Wind aus den
Segeln. Selbst wenn ein Feedbackgeber Sie nicht ärgert:
Bedanken Sie sich für die Rückmeldung. Das gehört zum guten
Stil und zeigt Ihre Souveränität.
Erfolgstipp
Formulierungen zum Dankeschön:
„Vielen Dank für Ihre
Rückmeldung.“
„Danke, dass Sie mich davon
informiert haben.“
„Herzlichen Dank für Ihren
Hinweis.“
„Vielen Dank. Es war sehr
interessant für mich, die Sache einmal aus Ihrer Sicht zu
sehen.“
„Danke fürs
Feedback.“
Fazit
Feedback ist eine der einfacheren
Führungstechniken. Mit lediglich zweimal fünf Regeln geben Sie
Feedback, das wirkt, und bekommen Sie Feedback, das Ihnen
vorher vorenthalten wurde. Führungskräfte, die in der jüngsten
Vergangenheit die Feedback-Regeln eingeführt haben, berichten
in der Regel von folgenden positiven Auswirkungen:
„Wenn ich jetzt Mitarbeitern die
Meinung sagen, reagieren sie nicht eingeschnappt, sondern mit
einem sichtbaren Aha-Erlebnis.“
„Die Leute bedanken sich manchmal sogar
dafür, dass ich ihnen ‚so gute Tipps‘ gebe – dabei gebe ich
lediglich Feedback.“
„Inzwischen wird mein Wort respektiert
und beherzigt – das war nicht immer so!“
„Wir haben seither ein besseres
Verhältnis und ein besseres Arbeitsklima.“
„Die Kommunikation ist offener geworden
und mit ihr stieg die Motivation der Mitarbeiter.“
„Die Leute denken jetzt einfach besser
mit.“
„Die Bereitschaft, Fehler aufzudecken
und abzustellen, ist deutlich gestiegen.“
Wenn Sie mit den fünf Regeln fürs
Feedbackgeben arbeiten, werden auch Sie in den Genuss dieser
Vorteile kommen. Wenn Sie darüber hinaus die fünf Regeln für
die Feedbacknahme einführen, werden Sie
-
schnell herausfinden, was die
Mitarbeiter gut an Ihnen finden
-
erfahren, was Sie aus Sicht der
Mitarbeiter an Ihrem Führungsverhalten verändern könnten
-
mitbekommen, was die Leute wirklich
denken- stärker von Ihren Mitarbeitern respektiert und
geachtet werden, weil Sie ihnen zuhören, Sie Ernst nehmen
und verstehen
-
viele unnötige und
produktivitätsbremsende Missverständnisse binnen kürzester
Zeit ausräumen können- größere Loyalität und
Leistungsbereitschaft von Seiten Ihrer Mitarbeiter erfahren
-
die Grundmotivation Ihrer Mitarbeiter
deutlich steigern
-
eine offene und ehrliche,
konstruktive und produktive Kommunikation einführen.
Dafür lohnt sich doch das Bisschen
Aufwand mit den Feedback-Regeln, finden Sie nicht auch?
Quelle:


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